Sommerlager 2006 Drucken
Geschrieben von Ines Aufgebauer   
Aus Spaß wurde Ernst . Ernst ist heute Mitte sechzig und leitet einen Campingplatz extra für Pfadfinder, in der Nähe des wunderschönen Attersees in Österreich.
Aus Spaß wurde auch für die Leiter sehr schnell Ernst ,als eines unserer Kinder bei der Hinfahrt im Regionalzug die Notbremse zog . Pardon! Sich an der Notbremse festhielt .

Aber da eine Stunde Verspätung im Rahmen der Deutschen Bahn ja durchaus nichts außergewöhnliches ist ,kamen wir dennoch gut gelaunt am Salzburger Hauptbahnhof an, um von dort aus in „vollen Zügen“ die weitere Anreise zum Campingplatz zu genießen .

Gegen Nachmittag hatten wir es dann geschafft und schlugen zwischen Pfadfindern aus Neuötting und Dinklage ,einer Metropole in Niedersachsen, unsere Zelte auf .

Die ersten zwei Tage verbrachten wir bei strahlendem Sonnenschein mit Lagerbauten ,Floßfahrten auf dem nahegelegenem Bach und waghalsigen Mutproben, wer es wohl am längsten in 10 Grad kaltem Wasser aushalten würde .

Und weil der Bach irgendwann auf Grund von Höhe und Temperatur an Attraktivität verlor, beschlossen wir am Vormittag des dritten Tages zum See zu wandern.Von Ernst mit den neusten Karten ausgestattet, lernten wir geheimnisvolle Straßen und Kreisverkehre kennen ,die auf unserer Landkarte noch als weiße Flecken eingezeichnet waren ..

Doch unser Orientierungssinn und der ein paar Ortskundiger führten uns zum etwa 5 Kilometer entfernten See . Kaum hatten wir den Eintritt für das menschenleere Freibad bezahlt und uns ins Wasser gestürzt zogen dunkle Wolken ,die die für die Region bekannte einwöchige Regenzeit ankündigten, über den See.

Aber als hartnäckige Optimisten nutzen wir das Freibad bis zum bitteren Ende ,schließlich ist es doch egal ob man von oben oder von unten oder wahlweise von beiden Seiten nass wird und ob das Wasser jetzt 20 Grad oder 16 hat auch.

Nur das Zurücklaufen sparten wir uns diesmal.Nachdem wir im Innenbereich mit XXL Brotscheiben ,Müsliriegeln und Gummibärchen Mittagspause gemacht hatten ,kutschierte Tobi alle mit seinem unverkennbaren „Maimusi 2006 –Auto“ zurück zum Zeltplatz ,wo die Kochstelle ins Leiterzelt verlegt wurde , das nun zum ganz wöchigen „Drive in“ für alle hungrigen Mäuler mutierte .

Und weil sogar die Regenzeit mal eine kleine Pause braucht ,nutzten wir den sonnigen Mittwoch für einen Postenlauf bei dem Gruppen aus verschiedenen Alterstufen Aufgaben zum Thema Erste Hilfe , Geschicklichkeits- und Kooperationsspiele sowie den Bau eines kleinen Holzbootes meistern mussten .

Leider verlies uns die Sonne zum Donnerstag hin auch schon wieder und wir organisierten zwei Taxibusse ins wärmende Hallenbad, wo wir mit 100 anderen singenden Pfadfindern aus Dinklage relaxten .

Am Freitag durften sich dann alle im Indoor Klettern üben und langsam stieg die Nervosität, als bekannt wurde ,dass am Samstag das Versprechen für zwei Wölflinge und zwei Rover anstand .

Nach einer kurzen Nacht und etlichen Schlafunterbrechungen durch Schüsse im 10 Minuten Takt ( Ja die Treibjagd ist in Österreich anscheinend noch nicht verboten!), genossen wir den  Morgen des vorletzten Tages mit Hardcore Techno und Anweisungen zum Zeltabbau per Mikro, verursacht durch unsere abreisenden Nachbarn aus Dinkelalge ,äh Dinklage .

Den Tag verbrachten wir mit einem Bootsrennen der von den Kindern gebauten Holzschiffe und anschließender Preisverleihung ,dem Kochen von Kaiserschmarrn und der Vernichtung anderer Lebensmittel auf unsere eigene Art.

Gegen Abend trafen sich dann alle im Leiterzelt ,wo das Versprechen stattfand, dass trotz gewisser Textschwierigkeiten zum Erlebnis für Groß und Klein wurde .

Bei der anschließenden Reflektion betonten alle ,dass es ihnen gut gefallen habe und sie sich für das nächste Lager lediglich etwas mehr Sonnenschein wünschen würden .

Bei Regen und orkanartigen Böen bauten wir am Sonntag Vormittag dann unsere Zelte ab und traten mit nassen Füßen und blendender Laune die Heimreise an und so wurde auch aus einem verregneten Sommerlager bei Ernst ein riesiger Spaß .
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 18. Juli 2007 )