Aber
da eine Stunde Verspätung im Rahmen der Deutschen Bahn ja durchaus
nichts außergewöhnliches ist ,kamen wir dennoch gut gelaunt am
Salzburger Hauptbahnhof an, um von dort aus in „vollen Zügen“ die
weitere Anreise zum Campingplatz zu genießen .
Gegen
Nachmittag hatten wir es dann geschafft und schlugen zwischen
Pfadfindern aus Neuötting und Dinklage ,einer Metropole in
Niedersachsen, unsere Zelte auf .
Die
ersten zwei Tage verbrachten wir bei strahlendem Sonnenschein mit
Lagerbauten ,Floßfahrten auf dem nahegelegenem Bach und waghalsigen
Mutproben, wer es wohl am längsten in 10 Grad kaltem Wasser aushalten
würde .
Und
weil der Bach irgendwann auf Grund von Höhe und Temperatur an
Attraktivität verlor, beschlossen wir am Vormittag des dritten Tages
zum See zu wandern.Von Ernst mit den neusten Karten ausgestattet,
lernten wir geheimnisvolle Straßen und Kreisverkehre kennen ,die auf
unserer Landkarte noch als weiße Flecken eingezeichnet waren ..
Doch
unser Orientierungssinn und der ein paar Ortskundiger führten uns zum
etwa 5 Kilometer entfernten See . Kaum hatten wir den Eintritt für das
menschenleere Freibad bezahlt und uns ins Wasser gestürzt zogen dunkle
Wolken ,die die für die Region bekannte einwöchige Regenzeit
ankündigten, über den See.
Aber
als hartnäckige Optimisten nutzen wir das Freibad bis zum bitteren Ende
,schließlich ist es doch egal ob man von oben oder von unten oder
wahlweise von beiden Seiten nass wird und ob das Wasser jetzt 20 Grad
oder 16 hat auch.
Nur
das Zurücklaufen sparten wir uns diesmal.Nachdem wir im Innenbereich
mit XXL Brotscheiben ,Müsliriegeln und Gummibärchen Mittagspause
gemacht hatten ,kutschierte Tobi alle mit seinem unverkennbaren
„Maimusi 2006 –Auto“ zurück zum Zeltplatz ,wo die Kochstelle ins
Leiterzelt verlegt wurde , das nun zum ganz wöchigen „Drive in“ für
alle hungrigen Mäuler mutierte .
Und
weil sogar die Regenzeit mal eine kleine Pause braucht ,nutzten wir den
sonnigen Mittwoch für einen Postenlauf bei dem Gruppen aus
verschiedenen Alterstufen Aufgaben zum Thema Erste Hilfe ,
Geschicklichkeits- und Kooperationsspiele sowie den Bau eines kleinen
Holzbootes meistern mussten .
Leider
verlies uns die Sonne zum Donnerstag hin auch schon wieder und wir
organisierten zwei Taxibusse ins wärmende Hallenbad, wo wir mit 100
anderen singenden Pfadfindern aus Dinklage relaxten .
Am
Freitag durften sich dann alle im Indoor Klettern üben und langsam
stieg die Nervosität, als bekannt wurde ,dass am Samstag das
Versprechen für zwei Wölflinge und zwei Rover anstand .
Nach
einer kurzen Nacht und etlichen Schlafunterbrechungen durch Schüsse im
10 Minuten Takt ( Ja die Treibjagd ist in Österreich anscheinend noch
nicht verboten!), genossen wir den Morgen des vorletzten Tages mit
Hardcore Techno und Anweisungen zum Zeltabbau per Mikro, verursacht
durch unsere abreisenden Nachbarn aus Dinkelalge ,äh Dinklage .
Den
Tag verbrachten wir mit einem Bootsrennen der von den Kindern gebauten
Holzschiffe und anschließender Preisverleihung ,dem Kochen von
Kaiserschmarrn und der Vernichtung anderer Lebensmittel auf unsere
eigene Art.
Gegen
Abend trafen sich dann alle im Leiterzelt ,wo das Versprechen
stattfand, dass trotz gewisser Textschwierigkeiten zum Erlebnis für
Groß und Klein wurde .
Bei
der anschließenden Reflektion betonten alle ,dass es ihnen gut gefallen
habe und sie sich für das nächste Lager lediglich etwas mehr
Sonnenschein wünschen würden .
Bei
Regen und orkanartigen Böen bauten wir am Sonntag Vormittag dann unsere
Zelte ab und traten mit nassen Füßen und blendender Laune die Heimreise
an und so wurde auch aus einem verregneten Sommerlager bei Ernst ein
riesiger Spaß .